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Pflegeexpert:in APN/MScN in der Langzeitpflege: Wenn klinische Expertise den Unterschied macht

  • saradaher
  • vor 4 Stunden
  • 5 Min. Lesezeit

Die Langzeitpflege ist kein „ruhiger Ort“.

Sie ist hochkomplex.


Multimorbidität, Demenz, Delir, chronische Erkrankungen, Polypharmazie, Sturzrisiko, Schmerz, Palliative Situationen und ethische Fragestellungen rund um freiheitseinschränkende Massnahmen sind nur einige Themen, die den Alltag prägen.


Und genau hier liegt mein Schwerpunkt als Pflegeexpertin APN/MScN: Komplexität fachlich einordnen, Qualität sichern und Menschen in vulnerablen Lebensphasen professionell begleiten.


Mein Name ist Sara Daher, ich bin Pflegeexpertin APN/MScN mit Schwerpunkt in der Langzeitpflege.


Abb. in Anlehnung Portrait, KI generiert.


Im Zentrum meiner Arbeitshaltung steht die Frage:

Wie können wir Pflege so gestalten, dass sie für Bewohnende echte Lebensqualität bedeutet und gleichzeitig für Pflegende praktikabel bleibt?


Ein zentrales Anliegen ist für mich die Prozessoptimierung und die Befähigung von Pflegenden auf allen Stufen. Gerade in Zeiten von Personalmangel und hoher Arbeitsbelastung ist es entscheidend, dass die verfügbare Zeit möglichst dort eingesetzt wird, wo sie am meisten zählt: bei den Menschen. Administrative Prozesse sollen deshalb so klar wie möglich und so umfangreich wie nötig gestaltet sein. Ein Schlüssel dazu ist die Pflegeplanung. Sie ist das wichtigste Instrument der Pflegedokumentation und bildet die Grundlage für eine strukturierte und qualitativ hochwertige Pflege. Wenn sie aktuell, verständlich und praxisnah formuliert ist, erleichtert sie auch den RAI-Prozess erheblich. Vor allem aber hat sie eine zentrale Funktion im Alltag: Alle Pflegenden, unabhängig von ihrer Ausbildungsstufe, sollen durch das Lesen der Pflegeplanung verstehen, was zu tun ist und wer der Mensch hinter der Diagnose ist. Welche Bedürfnisse und Pflegebedürftigkeiten bestehen? Was ist der Person wichtig? Was trägt zu ihrem Wohlbefinden bei?


Ein weiteres Herzensthema ist für mich die gesundheitliche Vorausplanung. Noch immer reden wir zu selten konkret darüber, was passieren soll, wenn ein Mensch nicht mehr selbst entscheiden kann. Wenn solche Gespräche fehlen, stehen Angehörige und Pflegende in kritischen Situationen oft unter grossem Druck. Entscheidungen müssen dann kurzfristig getroffen werden, nicht selten ohne zu wissen, ob sie wirklich dem Willen der betroffenen Person entsprechen. Dabei beginnt Palliative Care nicht erst am Lebensende, sondern in dem Moment, in dem Menschen noch entscheidungsfähig sind und ihre Wünsche äussern können.


Ein weiteres wichtiges Thema für mich, ist die Begleitung von Menschen mit Demenz. Dabei geht es nicht nur um Symptome, sondern um die Lebenswelt der betroffenen Menschen. Im Zentrum stehen für mich Würde, Lebensqualität und ethische Verantwortung. Gerade bei herausfordernden Situationen oder Entscheidungen rund um freiheitseinschränkende Massnahmen ist eine personenzentrierte und ethisch reflektierte Haltung entscheidend. Denn auch mit einer Demenzerkrankung bleibt jeder Mensch eine Persönlichkeit mit Geschichte, Bedürfnissen und Beziehungen. Meine Haltung ist klar: Kein Mensch sollte unnötige Schmerzen haben. Und auch Angst, innere Unruhe oder Verwirrtheitszustände dürfen nicht einfach als unvermeidbarer Teil des Alterns hingenommen werden. Gerade in der Langzeitpflege müssen wir genauer hinschauen. Dort, wo Symptome oft übersehen oder als „normal“ akzeptiert werden. Denn genau hier liegt die Chance, Lebensqualität zu schaffen .


Langzeitpflege und -institutionen sind ein zentraler Teil der Zukunft unseres Gesundheitssystems.

Lasst uns diese Orte so gestalten, dass sie Lebensqualität ermöglichen.

Abb. selbst erstellt und durch KI generiert.

Wenn Pflege komplex wird

In der Langzeitpflege betreuen wir keine „Diagnosen“, sondern Menschen mit multiplen gesundheitlichen Herausforderungen:

  • Demenz mit herausforderndem Verhalten

  • Delir bei akuter Verschlechterung

  • Chronische Schmerzen

  • Fortgeschrittene Herz- oder Lungenerkrankungen

  • Palliative Situationen

  • Wiederholte Stürze

  • Wundheilungsstörungen

  • Angehörige in Überlastung


Entscheidend ist der Blick für Zusammenhänge. Wenn Symptome, Ursachen und Kontext gemeinsam betrachtet werden, entsteht echte Pflegequalität und genau hier wirkt die APN.

Fokus Demenz, Delir und chronische Erkrankungen

Ein Delir wird in der Langzeitpflege noch immer zu häufig als „Verschlechterung der Demenz“ fehlinterpretiert. Dabei ist ein Delir, unabhängig davon, ob eine Demenzerkrankung vorliegt oder nicht, ein medizinischer Notfall (Savaskan et al., 2016).


Frühzeitiges Erkennen, differenzierte Assessments, Ursachenanalyse und gezielte Intervention können:

  • Hospitalisierungen verhindern , denn gerade Menschen mit Demenz haben nach Spitalaufenthalten häufig eine längere Genesungszeit, entwickeln extreme delirante Zustände und vertragen Verlegungen deutlich schlechter als Menschen ohne Demenzerkrankung (Alzheimer Schweiz, 2017).

  • Stürze reduzieren (Hewer et al., 2023).

  • freiheitsentziehende Massnahmen vermeiden.

Schmerzen.. oft unsichtbar, aber nie belanglos

Gerade bei Menschen mit kognitiven Einschränkungen oder chronischen Schmerzpatient:innen bleiben Schmerzen häufig unerkannt.


Verändertes Verhalten wird als „Unruhe“ gedeutet, statt als möglicher Ausdruck von Schmerz.

Schmerzassessments, korrekter Einsatz von Analgesie, interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine saubere Evaluation der Wirkung sind zentral.


Schmerzmanagement ist Patient:innen-/Klient:innen-/Bewohner:innenensicherheit.

Palliative Care: Würde am Lebensende sichern

Die letzte Lebensphase ist gestaltbar. Palliative Care bedeutet nicht „nichts mehr tun“, sondern gezielt Leiden lindern.


Schwerpunkte in der Palliative Care:

  • Gesundheitliche Vorausplanung (Advance Care Planning)

  • Entscheidungsunterstützung

  • Ethik bei Therapiebegrenzung

  • Begleitung und Beratung von Angehörigen

  • Fachliche und emotionale Unterstützung für Teams

  • Symptomkontrolle


Eine strukturierte gesundheitliche Vorausplanung unterstützt den Willen der Betroffenen und und schafft Sicherheit für alle Beteiligten (Pahud et al., 2025).

Freiheitseinschränkende Massnahmen: Sicherheit oder Risiko?

Bettgitter, Weglaufuhr, Sensormatte oder sedierende Medikation werden oft aus Sorge in Bezug auf die Sicherheit der Bewohnenden eingesetzt. Doch jede freiheitseinschränkende Massnahme ist ein Eingriff in die Autonomie.


Als Pflegeexpertin APN/MScN unterstützen wir Teams dabei:

  • Alternativen zu entwickeln

  • Risiken fachlich zu beurteilen

  • Ethische Entscheidungsprozesse zu strukturieren

  • Rechtliche Grundlagen zu berücksichtigen

  • Dokumentation und Evaluationen transparent und zeitnah zu führen


Ziel ist Sicherheit mit so wenig Einschränkung der Freiheit, wie möglich.

Qualität sichtbar machen: RAI und Pflegeplanung

Qualität in der Langzeitpflege ist messbar. Mit dem RAI (Resident Assessment Instrument) stehen strukturierte Instrumente zur Verfügung, um Risiken und Veränderungen frühzeitig zu erkennen:

  • Sturzrisiko

  • Dekubitusrisiko

  • Gewichtsverlust

  • Schmerzen

  • Kognitive Verschlechterung


Doch ein Assessment allein genügt nicht. Erst durch eine Pflegeplanung mit klaren Zielen, Evaluation und Anpassung entsteht wirksame Pflege.


Wir unterstütze Institutionen bei:

  • Optimierung der Pflegeplanung

  • Schulungen über wertfreie und aussagekräftige Dokumentation

  • Schulungen zu Assessment und Pflegediagnostik

  • Konzeptentwicklung (wie bspw. Sturzprävention, Delir Management, Schmerz, Palliative Care)


Qualität entsteht nicht zufällig. Sie ist strukturiert, geplant, reflektiert und evaluiert.

Sturzprävention ist mehr als Hüftprotektoren

Stürze sind selten Zufall. Jedes Jahr verletzen sich rund 90 000 ältere Erwachsene bei Stürzen so schwer, dass sie ärztlich behandelt werden müssen oder ins Spital eingeliefert werden. Die Folgen sind oft gravierend: lange Spitalaufenthalte, eingeschränkte Mobilität und Verlust der Selbstständigkeit (Sturzprävention im Berufsalltag, o. J.). Über 1600 Menschen über 65 Jahre sterben jährlich an den Folgen eines Sturzunfalls (Sturzprävention im Berufsalltag, o. J.).


Häufige Ursachen sind:

  • Polypharmazie

  • Delir

  • Dehydratation

  • Schmerzen


Eine systematische Analyse von Sturzereignissen ermöglicht gezielte Prävention, statt reaktiver Massnahmen.

Meine Rolle als APN in der Langzeitpflege

Die Rolle der Pflegeexpertin APN ist vielschichtig:

  • Analyse vom IST-Zustand

  • Klinische Expertise bei komplexen Fällen

  • Fallbesprechungen

  • Coaching von Pflegenden

  • Schulungen

  • Konzeptentwicklung

  • Qualitätsmanagement

  • Implementierung evidenzbasierter Standards

  • Begleitung ethischer Entscheidungsprozesse

Warum das alles wichtig ist

Die Langzeitpflege steht vor grossen Herausforderungen:

  • Zunahme multimorbider Bewohner:innen

  • Personalmangel

  • Steigende Qualitätsanforderungen

  • Komplexere Versorgungsmodelle


Deshalb braucht es fachliche Tiefe, strukturierte Prozesse und reflektierte Entscheidungswege.

Pflege ist kein „Nebenfach“ im Gesundheitssystem. Sie ist DIE tragende Säule.

Sind Sie interessiert?

Gerne unterstütze ich Ihre Institution unter anderem in folgenden Bereichen:

  • Unterstützung bei komplexen Pflegesituationen

  • Prozessoptimierung

  • Delir- und Demenzmanagement

  • Palliative Care

  • Schmerzkonzepte

  • Sturzprävention

  • Freiheitseinschränkenden Massnahmen

  • Gewichtsverlust mit Protein- und kalorienreichen Ernährung

  • RAI

  • Optimierung der Dokumentation und Pflegeplanung

  • Analyse medizinischer Qualitätsindikatoren

  • Fallbesprechungen

  • Schulungen und Coaching

  • Fehlermanagement und CIRS

Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.


Sara Daher

Pflegeexpertin APN/ MScN

Fokus in Langzeitpflege

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Literatur


Alzheimer Schweiz. (2017). Demenz im Akutspital. https://www.alzheimer- schweiz.ch/fileadmin/dam/Alzheimer_Schweiz/Dokumente/Publikationen- Produkte/212D_2017_demenz-akutspital-umfragen.pdf


Hewer, W., Kreisel, S., Geschke, K., Zieschang, T., von Arnim, C., Bollheimer, C., & Schicktanz, P. (2023, Dezember 7). Empfehlungen für das Delir- und Demenz-Screening sowie Delir-Management im Krankenhaus.


Savaskan, E., Baumgartner, M., Georgescu, D., Hafner, M., Hasemann, W., Kressig, R. W., Popp, J., Rohrbach, E., Schmid, R., & Verloo, H. (2016). Empfehlungen zur Prävention, Diagnostik und Therapie des Delirs im Alter. Praxis, 105(16), 941–952. https://doi.org/10.1024/1661-8157/a002433


Sturzprävention im Berufsalltag: Bfu.ch/stoppsturz. (o. J.). BFU. Abgerufen 11. März 2026, von https://www.bfu.ch/stoppsturz/ueber-das-portal

 

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