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Pflegedokumentation - mehr als nur Aufzeichnungen

Aktualisiert: 14. Feb.

Welche Pflegefachperson hat den Beruf der Pflege gewählt, weil sie gerne dokumentiert?

Keine.


Trotzdem gehört es zum pflegerischen Alltag dazu die Arbeit zu dokumentieren. Es ist Teil jeder einzelnen Intervention.

Viele Pflegefachpersonen glauben, sie dokumentieren rein nur für die Krankenversicherungen.

Doch was ist der Zweck der Pflegedokumentation? (Wagner, 2009)

Arbeitsinstrument

Arbeitsinstrument für jede einzelne Pflegende des Pflegeprozesses.

  • Zielpublikum: ich selbst als Fachperson

Kommunikationsmittel

Kommunikationsmittel (innerhalb des Pflegeteams und interdisziplinär). Juchli: Voraussetzung für alle Besprechungen / Übergaben.

  • Zielpublikum: das Team im weiten Sinn

Haftungsrechtlicher Zweck

Beweissicherung / Absicherung im Streitfall; dieser Zweck steht wohl im Vordergrund für die, die juristischen Rat suchen, so nach dem Motto:

was muss ich festhalten, was darf ich festhalten und wie muss ich es formulieren, damit ich keine Scherereien kriege? Grundsatz, dass die Ausnahme und nicht die regelhafte Dienstleistung (z.B. Desinfektion vor Blutentnahme) festzuhalten ist.

  • Zielpublikum: die Gerichte

Patientenrechtlicher Zweck

dient der Transparenz der Pflege / Betreuung und der Rechenschaft dem Patienten gegenüber und ermöglicht dadurch die Wahrung der Rechte der Patienten.

  • Zielpublikum: der Patient (und sein Rechtsanwalt...)

Krankenversicherungsrechtlicher Zweck

Nachweis von Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit (Art. 32 i.V.m. Art. 25 KVG);

  • Zielpublikum: die Krankenversicherer

Berufspolitischer Zweck

Sichtbarkeit der erbrachten Arbeit, Wert, Nutzen der Pflege. Pflege passiert nicht einfach, sie ist nicht einfach ein diffuser Kostenfaktor, sondern klar beschriebene Leistungen bewirken einen klar feststellbaren, nachweisbaren und messbaren Erfolg.

  • Zielpublikum: die Öffentlichkeit

Es gibt also neben dem Krankenversicherungszweck einige andere Zwecke.

Der SBK (2020) formulierte zudem zwei weitere Aspekte der Pflegedokumentation:

Die Pflegedokumentation ist ein wesentliches Instrument zur Gewährleistung der Patientensicherheit und der Qualität in der Pflege.
Sie ist sowohl ein Referenzdokument als auch ein Arbeitsinstrument

Eine gute Pflegedokumentation kann also die Patientensicherheit stärken. Im umgekehrten Fall passiert es sehr schnell, dass beispielsweise Medikamente doppelt bestellt oder verabreicht werden.


Gerade in der Spitex, wie auch in Langzeitorganisationen hat die Pflegedokumentation noch eine zentralere Bedeutung, denn sie hängt direkt mit der Finanzierung zusammen. In den DRG (Fallpauschalen) ist dies nicht der Fall.


Die Unvollständigkeit der dokumentierten Pflege kann verschiedene Folgen nach sich ziehen:

  • wichtige, sicherheitsrelevante Informationen werden nicht an die nächste Pflegeperson übermittelt

  • unerwünschte Ereignisse oder Fehler auftreten

  • Krankenversicherungen übernehmen die geleisteten Stunden nicht vollumfänglich

  • Die geplante und die tatsächlich erbrachte Pflege sind nicht identisch


Im Webinar von Lifestage vom 22.11.23 zu diesem Thema erläuterte Jennifer Kummli die Bedeutsamkeit der Pflegedokumentation. In einer Mentimeterumfrage mit 83 Antworten zeigte sich unter den Teilnehmenden folgendes Bild.


Glücklicherweise sind von den Teilnehmenden wenige von Rückweisungen betroffen. Fit im dokumentieren der Pflege, schätzten die Teilnehmenden ihre Mitarbeitenden in einer Skala von 0-10 auf durchschnittlich 5.8 Punkte ein.


Möchtest du das ganze Webinar von Lifestage mit noch mehr Informationen zur Pflegedokumentation sehen? 20 Minuten Input zum Thema plus Fragen hier zum nachschauen. Moderiert wurde das Webinar vom prominenten Fabian Unteregger mit einer humorvollen Einlage seinerseits nach meiner Präsentation.




Könnten deine Mitarbeitenden von einer Schulung zum Pflegeberichte formulieren profitieren? Wir bieten Inhouse- Schulungen an zu diesem Thema.

Zudem bieten wir in Zusammenarbeit mit dem Spitex Verband AR/AI/GR/SG/TG/ZH öffentliche Schulungen an.





Weil die gute Pflege die geleistet wird, auch bezahlt sein soll.

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