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Die Spitex der Schweiz mitgeprägt


Gemeindekrankenschwester in der Schweiz
Gemeindekrankenschwester in der Schweiz

Walter Wyrsch ist ein Spitex-Urgestein. Ende Juni geht er in Pension und hat sich vorgenommen ab da an nichts mehr über die Spitex zu sagen. Er habe genug gesagt.


Die letzten 10 Jahre leitete er als Geschäftsführer die Spitex Nidwalden. Doch er war bereits bei den Anfängen der Spitex Nidwalden mit dabei. Denn er fing als Mitarbeiter Nummer drei 1982 in der Spitex Nidwalden an.


Zur Pflege und zur Spitex kam er aufgrund seines Grossvaters. Dieser war aufgrund eines Unfalles beim Holzhacken in der Gehfähigkeit eingeschränkt. Walter half ihm beim schieben des Rollstuhls und pflegte eine enge und prägende Beziehung zu ihm.


Bereits als Junge kannte er die Gemeindekrankenschwester, welche üblicherweise dazumal mit ihrem Job verheiratet war. Denn es war ein 24/7 Job. Ursprünglich entstanden um Wöchnerinnen zu unterstützen.


Ausgebildet wurden Gemeindekrankenschwestern ursprünglich in Kloster. Die älteste Pflegeschule der Schweiz, gegründet für die Krankenpflege Zuhause, ist die Sarner Schule. Sie wurde 1903 gegründet. Ab den 1980er Jahren gab es eine Zusatzausbildung für die Spitex an der SRK Schule Zürich. Heute ist das Setting der Spitex in der Pflege Grundausbildung integriert.


Spitex ist nicht gleich Spitex

Die Uneinheitlichkeit in der Spitex ist aktuell nicht mehr zu übertreffen

Walter Wyrsch stört sich ab dem Begriff Spitex. Denn Spitex bedeutet Spitalexterne Hilfe und Pflege. Und stellt damit das Spital ins Zentrum.

Dieser Begriff ist mittlerweile verbreitet und anerkannt. Jedoch herrsche laut Wyrsch auf dem Spitex Markt eine unübertreffbare Uneinheitlichkeit der Spitex. Denn tätig darin sind Organisationen mit Leistungsvereinbarung, Private Organisationen ohne Leistungsvereinbarung, Selbständige und neuerdings Organisationen, die Pflegende Angehörige anstellen. Nicht zu vergessen die 25'000 Care Migrant:innen in Privathaushälten.


Walter Wyrsch setzt im Betrieb verschiedene PflegeexpertInnen ein.

Er hat im Team vier Pflegefachpersonen mit Fachhochschulabschluss, zwei mit Masterabschluss, eine Geriaterin, eine Mediatorin und eine Kinästhehtikexpertin. Auf den ersten Blick wirke dies teurer, jedoch lässt Walter Wyrsch durchblicken, dass die Vorteile klar überwiegen.

  • Die Qualität der Leistung sei besser

  • es gäbe weniger Rückweisungen

  • weniger Fehler

  • raschere Entwicklungen

  • komplexere Fälle können früher übernommen werden

  • die Selbstkompetenz wird gestärkt

Für eine Organisation sei eine Pflegeexpertin nicht immer lukrativ, für das Gesamtgesundheitssystem sind sie es sehr wohl.

Wie sieht die Zukunft der Spitex aus?

Walter Wyrsch hofft, dass die Finanzierung der Spitex sich verändern wird. Er propagiert, dass es besser wäre, wenn die Spitex für die guten Übergänge Spital-Spitex, Spitex-Heim Reha-Spitex etc. honoriert wird. Denn die Spitex ist in Ihrer Flexibilität stets immer mehr gefordert.


Zudem sieht er, dass die Pflege Zuhause stets komplexer und technisch anspruchsvoller wird. Die Spitex wird sich um die komplexen Aufgaben kümmern. Es wird Pflegevereine oder eine Art (Selbst-)Organisation für die Grundpflege benötigen, um den künftigen Bedarf abzudecken. Denn die kommende pflegebedürftige Generation, er inklusive, sei der absolute Horror für die heutigen Pflegeheime und Spitzenorganisationen.


Er sieht klar, dass das Engagement der Zivilbevölkerung wieder notwendig wird. Und seine Generation sei gewohnt sich selbst zu organisieren.


Am 2.6.23 fand in der Sr. Liliane Juchli Bibliothek ein Pflegegespräch zwischen Walter Wyrsch, Geschäftsführer der Spitex Nidwalden und Stefan Knobel, Pflegeexperte statt.






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